Mai-Plenums-Sitzung: Handelskammer reformiert die Kleiderordnung

Ein Beitrag von Matthias Ederhof

Auf der Tagesordnung der Mai-Plenumssitzung am 12. Mai 2016 standen wichtige Themen, die die Hamburger Wirtschaft als Ganzes und insbesondere die Geschichte der drei Hamburger Handelskammern Hamburg, Harburg und Altona während der Nazi-Herrschaft und der Kolonialzeit betrafen.

Das Plenum verabschiedete mit großer Mehrheit einige Weiterentwicklungen bei den Regularien für die Zertifizierung von „Immobiliar-Darlehensvermittlern“.

Anschließend befasste man sich intensiv mit der „Digitalisierung der Wirtschaft“. Die Herausforderung für alle, heute erfolgreichen, Hamburger Branchen und Unternehmen liegt darin, rechtzeitig den Digitalisierungstrend zu erkennen und eigene Strategien für den Umgang mit diesem zu entwickeln. Mehrere Plenarmitglieder plädierten dafür, dass die Handelskammer Hamburg sich hier noch mehr engagieren und einen eigenen strategischen Schwerpunkt seiner Arbeit herausbilden sollte. Selbstbewusstsein darf nicht in Selbstsicherheit oder Selbstzufriedenheit umschlagen.

Stolz und mit großer Erleichterung informierte der Präses, dass die Strafanzeige gegen Untreue wegen des Gehaltes von den Hauptgeschäftsführer Schmidt-Trenz fallengelassen wurde. 500.000 EUR plus Pension sind also nicht strafrechtlich relevant – unanständig bleibt es.

Auf Initiative von Martina Plag schlug der Arbeitskreis „Gesellschaftliche Verantwortung“ dem Plenum zum Gedenken an die ehemaligen jüdischen Handelskammer-Mitarbeiter und jüdischen Ehrenamtlichen verschiedene Maßnahmen vor, die einen würdigen Umgang mit den Leistungen der und dem Gedenken an diese Opfer der Nazi-Herrschaft sicherstellen sollen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig vom Plenum angenommen.

Die Handelskammer wird auch die Senatsinitiative zur Rolle Hamburgs und seiner Wirtschaft während der Kolonialzeit durch umfassende Quellen- und Archivbereitstellung unterstützen. Dazu wird bei der nächsten Plenumssitzung ein eigener Antrag zur Abstimmung gestellt werden.

Bei so viel Einigkeit, konstruktiver Debatte und zielorientierter Arbeit fällt es einem schwer, über die heutige Plenumssitzung Aufregendes zu berichten.

Aber eine (kleine) Revolution hat die Handelskammer dann doch heute vollbracht, diesmal ganz aus eigener Kraft, wenn auch ein wenig motiviert durch eine Reihe männlicher Mitglieder der Gruppe „Die Kammer sind Wir!“, die in den letzten zwei Jahren konsequent ohne Krawatte zur Plenumssitzung gekommen sind:

Mindestens fünf Plenarmitglieder, die nicht der W-Gruppe angehören, zwei davon sogar Mitglieder des Präsidiums, erschienen heute auch ohne Krawatte! Und das bei eher moderaten Außen-Temperaturen von ca. 23° Celsius. Das wäre noch vor einem Jahr undenkbar gewesen. Damals mussten wir uns noch feine Bemerkungen gefallen lassen, wenn wir ohne den Halsstrick zur Plenumssitzung erschienen sind.

So gesehen: Der Einfluss der Handelskammer-Reformer rund um Tobias Bergmann ist unübersehbar. Jetzt auch bei der Kleiderordnung. Demnächst zu bewundern im Mitgliedermagazin „Die Hamburger Wirtschaft“, wenn die Fotos von der letzten Plenumssitzung abgebildet werden.

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Schon die erste Sitzung des Plenums wird "historisch": Wir werden die Öffentlichkeit zulassen und ein "Rebellenpräsidium" wählen. Bitte unter service@hk24.de anmelden

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6/Apr/2017 - 6/Apr/2017

Die Kammer sind WIR!

Die Hamburger Unternehmerinnen und Unternehmer sind aufgefordert vom 16. Januar bis 14. Februar 2017 das Plenum der Handelskammer Hamburg zu wählen. Unser Bündnis Die Kammer sind WIR! macht den Wählern ein Angebot: Wir wollen die Handelskammer modernisieren, reformieren und die Zwangsbeiträge abschaffen. Für die Wahl 2017 tritt das Bündnis mit insgesamt 57 Kandidaten an.
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