Kammer-Präses Bergmann reicht Amtsvorgängern die Hand

Hamburger Abendblatt, 29.12.2017.  Von Martin Kopp.
Versöhnliche Töne bei der traditionellen Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns. Bürgermeister Olaf Scholz als Ehrengast.

Der Präses der Handelskammer Hamburg, Tobias Bergmann, will den Streit mit seinen Amtsvorgängern beilegen. Wenn die Wirtschaftslenker in der Stadt begännen, sich gegenseitig die Ehrbarkeit abzusprechen, würde die gesamte Wirtschaft darunter leiden, sagte Bergmann in seiner Rede anlässlich der Versammlung eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg in der Handelskammer. Damit reagierte er auf die Kritik mehrerer Altpräsides, die ihm im Abendblatt die Missachtung der Werte eines Ehrbaren Kaufmanns vorwarfen und deshalb die traditionelle Jahresschlussversammlung der Hamburger Wirtschaft boykottierten. „Ich möchte in einen Dialog mit den Kritikern treten und habe deshalb die Altpräsides zu einem Treffen am Vorabend des Kammergeburtstags am 19. Januar eingeladen“, sagte Bergmann vor rund 1700 Gästen im Börsensaal.

Plenumssitzung Dezember 2017 erstmals mit neuer Hauptgeschäftsführerin

Wow – was für eine Sitzung: Mit Christi Degen das erste Mal in der über 350 jährigen Geschichte eine Frau an die hauptamtliche Spitze der Handelskammer berufen. Eine Mission/Vision einstimmig verabschiedet, die den neuen Geist atmet. Ein gerechteres Beitragssystem beschlossen, welches Großunternehmen die keine Gewerbesteuer zahlen in die finanzielle Pflicht nimmt – und dafür 99 Prozent der übrigen Beitragszahler entlastet. Die vom alten Präsidium und Plenum geplante Gebührenerhöhung in der Dualen Ausbildung kassiert. Eine mittelfristige Finanzplanung vorgelegt, die eine Halbierung der Pflichtbeiträge in den nächsten Jahren vorsieht. Wir liefern! Bleibt uns gewogen!

Quelle: Facebookseite von Die Kammer sind Wir!

November-Plenum: über Haushalt, Absolution und Hoffnung für die Zukunft

 

Beitrag von Andreas Räber. Das November-Plenum tagte am 2.11. und sorgte für Unmut, als es an die Entlastung des alten Präsidiums und Hauptgeschäftsführer ging. Aber der Reihe nach:

Eine neue Regelung für die Aufzeichnung und Übertragung der öffentlichen Plenumssitzung für die nicht freigegebenen Wortbeiträge wurde beschlossen und damit ein weiterer Schritt in Richtung einer rechtssicheren Öffentlichkeit des Plenums gegangen, so wie es das Bündnis Zwangsbeiträge abschaffen – Die Kammer sind WIR! versprochen hat. Der nächste Schritt soll die Klärung einer bezahlbaren Videolösung beinhalten.

Die Berichte von den letzten Delegationsreisen nach China, Montreal und Silicon Valley haben gezeigt, dass Hamburg weiterhin ein weltweit wichtiger und geschätzter Wirtschaftsstandort ist, aber auch noch viel lernen kann von anderen Städten, sei es in Sachen Elektromobilität, digital strukturiertem ÖNV, Digitalisierung oder Start-Up-Förderung. Unter anderem haben die Teilnehmer aus Montreal die Nominierung Hamburgs zur Austragung des ITS Weltkongresses 2021 (Intelligente Verkehrs- und Transportsysteme) mitgebracht. Bis dahin muss in Hamburg sicher noch einiges bewegt werden.

Es scheint ein erhebliches Einsparungspotential zu geben, wenn redundante Aufgaben der 12 norddeutschen Handelskammern im Rahmen der HK-Nord zusammengelegt werden. Dieser Aspekt sollte dringend untersucht und weiter verfolgt werden.

Nach dem Beschluss des alten Plenums, eine neue Compliance-Richtlinie einzuführen, wurde in einem externen Anwaltsbüro eine unabhängige Hinweisgeberstelle eingerichtet. Dort können anonym Hinweise auf Verstöße gemeldet werden. Es ist erfreulich, dass dort bisher noch kein Hinweis eingegangen ist.

Die Tatsache, dass 200 Ausbildungsverträge weniger als im Vorjahr (insgesamt 8862) zustande kamen, muss als Warnsignal verstanden werden und die Aktivitäten der Kammer zur Bewerbung der dualen Ausbildung anspornen. Die Ursachen liegen sicher zumeist darin, dass inzwischen mehr als 50% der Schulabgänger/innen studieren und ein immer größerer Anteil an Anwärter/innen nicht geeignet sind. Letzterer Punkt sollte der Politik zu denken geben.

Nach der Rücküberweisung des Haushaltes 2016 in den Innenausschuss im September, lag nun der korrigierte Entwurf vor. Durch entsprechende Gutachten, musste die Bewertung des HKIC (Handelskammer Innovations-Campus, eine der Wirkungsstätten der HSBA) in den Büchern der Handelskammer um 7,7 Mio. Euro abgewertet werden. Das sind immerhin mehr als 40% der Herstellungskosten. Das dadurch entstandene Minus unter der Bilanz konnte durch vollständige Auflösung der Ausgleichsrücklage von 5,29 Mio. Euro auf -1,29 Mio. Euro begrenzt werden. Jedoch ist damit die Ausgleichsrücklage per 1.1.2017 auf Null gesetzt worden, was ein unerfreulicher Zustand ist und die Kammerfinanzen vor Rückschlägen nicht mehr wie gewünscht schützen kann. Zwar wurde im Nachtragshaushalt 2017 diese Rücklage zwangsweise wieder aufgefüllt, aber natürlich nicht in gleichem Maße. Der Haushalt 2016 wurde nun so festgestellt und der notwendige Nachtrag 2017 beschlossen.

Die dann anstehende Entlastung des alten Präsidiums und des Hauptgeschäftsführers für 2016 wurde kontrovers diskutiert. Das Plenum konnte sich nicht durchringen, der alten Kammerführung eine „wirtschaftliche und sparsame Haushaltsführung“ zu bescheinigen. Der auch in 2016 noch herrschenden Verschwendung von Zwangsbeiträgen eine Absolution zu erteilen, konnten die meisten Plenumsmitglieder nicht folgen. Folgerichtig wurde die Entlastung verweigert. Immerhin wurde noch im Dezember 2016 eine weitere Erhöhung des exorbitanten Gehaltes des HGF für weitere 2 Jahre von der alten Kammerführung abgesegnet. Auch wurde trotz besseren Wissens die nun erfolgte Abwertung des HKIC nicht für notwendig erachtet und so mit falschen Zahlen jongliert.

Nach diesen ganzen unerfreulichen Zahlen, war es eine Wohltat, in einem Vortrag zu den Aktivitäten der Wirtschaftsjunioren von so viel Engagement, sozialem Verantwortungsbewusstsein und Einsatz  sowie Azubi- und Start-Up-Unterstützung zu hören. Hut ab vor dem großartigen Einsatz der 130 ehrenamtlichen Junioren!

Andreas Räber, 2. Nov. 2017

Oktober-Plenum: Schritt für Schritt wird die Handelskammer Hamburg zukunftsfest gemacht!

Die TOP-Themen: HK-Digitalisierungsoffensive, Verkauf der Hochschule HSBA und neue Vergütungsrichtlinie beschlossen.

Am 5. Okt. 2017 haben das neue Plenum und die neue Kammerführung unter der Führung von Tobias Bergmann gleich drei weitreichende Reformen auf den Weg gebracht. Die von der Handelskammer gegründete und in den letzten 10 Jahren zum Teil aus Mitgliedsbeiträgen finanzierte private Hochschule HSBA, die sich auf duale Studiengänge spezialisiert hat, wird verkauft. Gleichzeitig wird das extra für die HSBA ebenfalls aus HK-Mitgliedsbeiträgen finanzierte neue Hochschulgebäude HKIC am Adolphsplatz langfristig an die HSBA vermietet. Damit werden die finanziellen Belastungen und Risiken aus den aus Mitgliedsbeiträgen finanzierten HSBA und HKIC für die Handelskammer zeitlich und von der Höhe her erstmals begrenzt und gleichzeitig die HSBA in eine sichere und wirtschaftlich tragfähige Eigenständigkeit überführt.

Wie schwer es war, das gesamte Verhandlungspaket und die damit zusammenhängenden verschiedenen Interessen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, zeigte sich an der lebhaften Debatte im Plenum: Komplexe Probleme benötigen zuweilen Lösungen, die nicht immer alle zufrieden stellen. Die besten Kompromisse sind diejenigen, die allen ein wenig wehtun. Die Oktober-Plenumssitzung war gleichzeitig ein Meilenstein in der Weiterentwicklung der Kammer-Gremien hin zu gelebter und öffentlich stattfindender Kammer-Demokratie, wohlwissend, daß manche Medien sich gern einzelne Aspekte rauspicken, ohne die Herkules-Leistung des neuen Präsidiums zu würdigen: Ein umfangreiches Vertrags- und Leistungspaket ausgewogen und zukunftsorientiert für alle Seiten in nur wenigen Monaten auszuhandeln und erfolgreich auf den Weg zu bringen. Das sollte jedem, ob Befürworter oder Gegner von Kammerreformen, höchsten Respekt einflössen.

Die neue Vergütungsrichtlinie beendet die Selbstbedienung mit völlig überhöhten Spitzengehältern bei zukünftigen Geschäftsführern der Handelskammer Hamburg. Eines der zentralen vier Wahlziele der Handelskammer-Rebellen vom Bündnis „Die Kammer sind WIR!“. Mit großer Mehrheit wurde vom Plenum die neue Regelung verabschiedet. Die alte Kammerführung hat viele Jahre lang stillschweigend stetig steigende Gehälter und exorbitante Pensionsansprüche des im Mai 2017 zurück getretenen früheren Hauptgeschäftsführers mitgetragen. Einer der Gründe, warum das Plenum in seiner September-Sitzung der alten Führung, also Hauptgeschäftsführer und Präsidium mit Ex-Präses Horst Melsheimer an der Spitze die Entlastung verweigert hat. Ein ungewöhnlicher, aber dringend notwendiger Vorgang aus der Sicht des neuen Plenums, daß nun Schritt für Schritt die finanziellen Altlasten aufräumen muss.

Schließlich wurde die Digitalisierungsoffensive der Handelskammer Hamburg vom Plenum auf den Weg gebracht: Die HK will damit ihre eigenen Prozesse effizienter gestalten und gleichzeitig den Nutzen für die Mitglieder erhöhen. Dazu sollen die eingesetzten CRM-Systeme- und CRM-Prozesse modernisiert und vereinheitlicht werden. CRM-Systeme sind EDV-Werkzeuge, die zentral alle Mitglieder- und Partnerkommunikationen leicht und einfach abrufbar für die verschiedenen HK-Abteilungsteams vorhalten. Auch das Mitgliederkonto mit einer einfachen Übersicht über gezahlte und offene Mitgliedsbeiträge solle zukünftig online angeboten werden. Das Plenum folgte dieser Offensive zur Effizienz- und Nutzensteigerung mit großer Mehrheit.

Matthias Ederhof, 5. Oktober 2017

September-Plenum: Warum die Handelskammer die Rebellen braucht. Verschwendung muss beendet werden!

In der fünften Plenarsitzung nach „der Wende“ haben wir den Weg zu mehr Transparenz und Sparsamkeit fortgesetzt.

Donnerstag ist Kammertag. An diesem 7. September folgte auf die wöchentliche Präsidiumssitzung eine sehr wichtige der monatlichen Plenumssitzungen. Im August war Sommerpause, folglich drängten sich sehr viele anstehenden Entscheidungen dicht auf der > weiter